Angefangen vom Auszubildenden bis hin zur Führungskraft: Es fehlt Personal und zwar an allen Ecken. Branchenübergreifend ächzen Unternehmen unter dem Fachkräftemangel. Was können Sie also tun? Was bringt das neue Jahr, welche Recruiting-Trends zeichnen sich ab?
Mit dem Fachkräftemangel wird der Blick über den Tellerrand im Rahmen der Personalbeschaffung immer wichtiger. Ein Blick ins Ausland erweitert den potenziellen Kreis von Bewerbern und erhöht die Chance geeignete Kandidat:innen zu finden. Auch wenn das Recruiting von ausländischen Mitarbeitenden mit mehr Aufwand verbunden ist, profitieren Sie auf vielfältige Weise.
Die Bundesregierung hat dem Thema Fachkräftemangel den Kampf angesagt. Unternehmen profitieren von einer Erleichterung des Einwanderungsverfahrens von qualifizierten Fachkräften aus dem Ausland. Der Gesetzentwurf soll bis zum ersten Quartal 2023 abgesegnet sein. Regeln für Einreise und Anerkennung von Berufsabschlüssen sollen vereinfacht werden. Das Ziel: Wohlstandssicherung und Fachkräftegewinnung. Wie gelingt das? Fachkräfte aus dem Ausland sollen auch in Bereichen arbeiten können, die nicht mit ihrer Ausbildung in Verbindung stehen. Zudem profitieren nicht EU-Bürger von einem Punktesystem. Zu den Auswahlkriterien können Qualifikation, Sprachkenntnisse und Deutschlandbezug gehören.
Eine Lösung, die aktuell ebenfalls diskutiert wird, sind diversere Einstellungs- und Ausbildungsverfahren. So könnte Deutschland gezielt Studierenden von außerhalb der EU den Weg an deutsche Hochschulen und damit langfristig in Unternehmen ebnen.
Frischgebackene Hochschulabsolventen aus dem Ausland sind für den deutschen Arbeitsmarkt auch deshalb spannend, weil sie weitestgehend integriert sind und Deutsch sprechen. Zudem sind die sogenannten MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) bei ausländischen Studierenden besonders beliebt. Quasi die langersehnte Fachkraft von morgen. Am besten funktioniert das natürlich, wenn Sie angehende Absolvent:innen bereits in Form von Praktika oder als Werksstudierende an Ihr Unternehmen binden.
Diversity Recruitung beschreibt eine Strategie, um Mitarbeiter:innen mit unterschiedlichsten Hintergründen für das Unternehmen zu begeistern: Alter, Geschlecht, Herkunft etc. Gelebte Vielfalt und Inklusion steigern die Arbeitgeberattraktivität und sorgen dafür, dass Mitarbeiter:innen gerne und langfristig im Unternehmen arbeiten. Diversität darf aber nicht bloß auf dem Papier existieren. Vielmehr geht dabei um einen zentralen Baustein der Unternehmenskultur: Vielfalt muss von innen heraus gelebt werden. Bewerber:innen müssen die Vielfalt des Unternehmens schon in der Stellenausschreibung erkennen können. Das Employer Branding muss eine klare Botschaft senden: Jede:r Mitarbeiter:in ist willkommen, wenn sie/er qualifiziert ist und zum Unternehmen passt.
Der Recruiting-Blick über den Tellerrand sollte nicht nur geographisch interpretiert werden. Auch ein generelles Umdenken beim Recruiting-Verfahren und Inklusionsbemühungen von Arbeitgeber:innen sind vielversprechende Lösungsansätze für die Fachkräftegewinnung. Bereichernd für Unternehmen können etwa Quereinsteiger, ältere Fachkräfte sowie Menschen mit Behinderung sein. Der Vorteil von mehr Diversität in Ihren Teams liegt vor allem darin, dass diversere Blickwinkel die Kreativität fördern und somit zur Zukunftsfähigkeit Ihres Unternehmens beitragen.
Im Kampf um die besten Köpfe darf eines nicht vergessen werden: Inklusion und Gleichstellung werden zunehmend – vor allem bei jüngeren Arbeitnehmer:innen – zum auschlaggebenden Kriterium bei der Wahl des Unternehmens.
Das Thema Nachhaltigkeit bestimmt zunehmend den gesellschaftlichen Diskurs. Um besonders junge Talente für sich zu gewinnen, müssen sich Unternehmen 2023 noch stärker von ihrer grünen Seite zeigen. Denn der nachhaltige Lebensstil der jungen Arbeitnehmergeneration beeinflusst auch die Arbeitgeberwahl. Unternehmen, die sich Klimaschutz und Nachhaltigkeit auf die Fahne geschrieben haben, sind hier klar im Vorteil. Als Stichwort für diesen Trend hat sich der Begriff „Green Recruiting“ etabliert.
Beim Green Recruiting handelt es sich in erster Linie um eine Maßnahme des Employer Brandings, die Mitarbeiter:innen und potentiellen Bewerber:innen das Engagement des Unternehmens für die Umwelt vermitteln soll. Immer mehr Menschen gestalten ihr Leben bewusster und möchten auch nachhaltig arbeiten. Entsprechend legen sie großen Wert auf das Umweltbewusstsein ihres Arbeitgebers.
Mit Blick auf die zuvor vorgestellten Trends, verwundert es nicht, dass die Themen Employer Branding und Candidate Experience wichtiger sind als je zuvor. Auch das Jahr 2023 steht im Zeichen des Arbeitnehmers. Qualifizierten Kandidat:innen stehen alle Türen offen und sie können sich aussuchen, bei welchem Unternehmen sie arbeiten wollen. Daher sollten Sie sich vor allem darauf konzentrieren, was Ihr Unternehmen einzigartig macht, und gezieltes Personalmarketing betreiben, indem Sie zeigen, was in Ihnen steckt. Tragen Sie Ihre Botschaften an Kandidat:innen nach außen und werden dadurch von Bewerber:innen positiv wahrgenommen. Wollen Sie beispielsweise explizit Mitarbeitende der Generation Z auf sich aufmerksam machen, lohnt es sich einen Blick in unseren TALENT REPORT 1/2022 zu werfen. In diesem haben wir uns damit beschäftigt, was der GenZ während ihrer Candidate Journey besonders wichtig ist.
Auch ein effektives Employer Branding hilft Ihnen dabei, dass Sie mit Ihren Green Benefits bereits beim Recruiting überzeugen. Machen Sie die gelebte Vielfalt in Ihrem Unternehmen sichtbar und setzen sich so im War of Talents durch, indem Sie neue Mitarbeiter:innen für Ihr Unternehmen begeistern.
Kommen Sie gerne auf uns zu: web@personalwerk.de.
Quellen:
Personalwerk GmbH (2022): Was der Generation Z während ihrer Candidate Journey besonders wichtig ist. TALENT REPORT 01/2022.
LinkedIn.com (2022): 23 Big Ideas für 2023: Was im kommenden Jahr wichtig wird
KOFA.de (2022).de: Internationale Fachkräfte beschäftigen
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